Vorstandswahl und leidiges Verwechslungsthema im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Kreisverbands
Neubeuern – Die Analyse der zurückliegenden Kommunalwahlen sowie die Neuwahl der Vorstandschaft standen im Mittelpunkt der sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes Rosenheim der Parteifreien/ÜWG in Ellmeiers Beurer Hof in Neubeuern.
Vorsitzender Georg Huber hob dabei das ausgesprochen erfolgreiche Abschneiden der Parteifreien/ÜWG bei den Bürgermeister- sowie Gemeinde- und Stadtratswahlen in den Landkreiskommunen hervor. Man verfüge vor Ort über großes Potenzial an geeigneten Persönlichkeiten und bleibe somit in den Gemeinden des Landkreises die stärkste Kraft: Mittlerweile stelle man in 22 der 46 Städte und Gemeinden die jeweiligen Oberhäupter, die zum Teil mit überwältigender Mehrheit gewählt wurden, darunter Christoph Schneider aus Neubeuern, den die Wähler mit 95,2 Prozent der Stimmen im Amt bestätigten, oder Holger Steiner, der mit fast 60 Prozent der Stimmen einen Wechsel im Flintsbacher Rathaus herbeiführte.
Nicht verhehlen wollte man aber auch die Enttäuschung darüber, dass sich diese Erfolgswelle nicht auf Kreisebene niederschlug, wo man einen der bisher sechs Sitze einbüßen musste. „Hier profitieren etablierte Parteien weiter von Listenkreuzen. Huber merkte an: „Man kann sich über Erfolge freuen, aber wichtiger ist, dass es den Gemeinden gut geht – egal, ob man ein Parteibuch hat oder nicht“ und ist überzeugt: „Die überparteiliche Zusammenarbeit mit allen Fraktionen ist ein Erfolgsmodell in unseren Kommunen.“ Die kommunale Verwurzelung sei das Rückgrat der parteifreien Wählervereinigungen, jedoch gebe es leider keine flächendeckende Präsenz im Landkreis.
Zur Analyse des Wahlergebnisses gehöre ein nach wie vor gravierender Faktor: Vielfach würden die Parteifreien/ÜWG immer noch mit den Freien Wählern verwechselt, mit denen man jedoch nichts gemein habe. Während sich die Freien Wähler unter Hubert Aiwanger entschieden hatten, als Partei auch überregional auf Landes- und Bundesebene anzutreten, haben sich die Parteifreien/ÜWG damals bewusst dafür entschieden, keine Partei sein zu wollen und lediglich auf kommunaler und Kreisebene tätig zu sein.
Im Landkreis sollen künftig vier sogenannten Gebietsvertreter die einzelnen Regionen vernetzen, um so noch effektiver und konstruktiver arbeiten zu können. Für den Bereich Nord wird dies der Soyener Bürgermeister Thomas Weber übernehmen, für Süd der Neubeurer Bürgermeister Christoph Schneider, für West der Feldkirchen-Westerhamer Bürgermeister Johannes Zistl und für den Osten der Priener Bürgermeister Andreas Friedrich.
Die Bürgermeister, die im März neu gewählt wurden stellten sich in der Versammlung kurz vor, ebenso die fünf Kreisräte Georg Huber (Samerberg), Susanne Grandauer (Nußdorf), Johannes Zistl (Feldkirchen-Westerham), Andreas Friedrich (Prien) und Karl Liegl (Flintsbach). Bei den Neuwahlen bestätigten die Mitglieder Georg Huber als ersten und Christoph Schneider als zweiten Vorsitzenden im Amt, während Nicole Bauer-Schäfer aus Edling als neue Kassierin und Eva Lagler aus Flintsbach zur neuen Schriftführerin gewählt wurden. Revisoren sind Veronika Wiesböck und Georg Gäch.
Als Beisitzer wurden gewählt: Max Singer (Bad Feilnbach), Holger Steiner und Franz Astner (beide Flintsbach), Wolfgang Lagler (Nußdorf), Peter Fischer (Prien), Karl Mair (Stephanskirchen), Christoph Vodermaier (Riedering), Thomas Weber und Afra Zantner (beide Soyen), Thomas Rothmayer (Kolbermoor), Christian Zweckstätter (Brannenburg) sowie Josef Niedermeier (Pfaffing).
Nach kurzer Diskussion beschloss die Versammlung schließlich noch die Erhöhung des Mitgliederbeitrags von 30 auf 50 Euro pro Ortsverein. Der Beitrag pro Mandatsträger bleibt weiterhin bei fünf Euro.

Die Kreisräte der Parteifreien/ÜWG (von links): Georg Huber, Andreas Friedrich, Susanne Grandauer, Karl Liegl und Johannes Zistl. Foto: re

Die neu gewählte Vorstandschaft des Rosenheimer Kreisverbands der Parteifreien/ÜWG mit den beiden Vorsitzenden Georg Huber und Christoph Schneider (vorne Mitte), Kassierin Nicole Bauer- Schäfer (hinten, Dritte von links) und Schriftführerin Eva Lagler (vorne, Zweite von links), den Beisitzern und Revisoren sowie dem Ehrenvorsitzenden Dieter Kannengießer (vorne). Foto: re




